Die 40 Stufen in Busan: Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Kombination mit Nampo-dong
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Die 40 Stufen in Busan: Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Kombination mit Nampo-dong

Quick Answer

Was sind die 40 Stufen in Busan und lohnt sich ein Besuch?

Die 40 Stufen (사십계단) in der Nähe der Station Jungang sind eine rekonstruierte Treppe, die symbolisch für das Schicksal der Koreanischen-Kriegs-Flüchtlinge steht — Menschen versammelten sich hier in der Hoffnung, verlorene Familienmitglieder wiederzufinden. Ein Besuch von 20–30 Minuten lohnt sich, am besten kombiniert mit dem nahen Gukje-Markt und Nampo-dong.

Die 40 Stufen: Was sie sind und warum sie bedeutsam sind

Mitten in Busans Altstadt, im Bezirk Jung-gu, führt eine unscheinbare Steintreppe eine Hanglage hinab. Auf den ersten Blick wirken die 40 Stufen (사십계단, sashib gyedan) wie jede andere städtische Treppe — abgesehen von den Bronzefiguren an ihrer Seite und dem kleinen Kulturstreifen, der sich um sie herum entfaltet. Wer jedoch die Geschichte Koreas kennt, begreift sofort, welch schweres Erbe in diesen Stufen steckt.

Während des Koreakrieges (1950–1953) wurde Busan zur provisorischen Hauptstadt des Landes und zum letzten Zufluchtsort für Millionen von Flüchtlingen aus dem Norden und dem Inland. Die Stadt, die vor dem Krieg rund 400.000 Einwohner zählte, schwoll auf über eine Million Menschen an — Menschen, die in Behelfshütten an den Hängen lebten, die jeder verfügbare Raum beanspruchten und versuchten, unter unmöglichen Bedingungen zu überleben.

In diesem Chaos der Vertreibung und Ungewissheit wurden die 40 Stufen zu einem informellen Sammelpunkt. Flüchtlinge, die ihre Familien im Chaos der Flucht verloren hatten, kamen hierher in der Hoffnung, bekannte Gesichter zu sehen. Für viele war diese Treppe der einzige Ort, an dem man sich überhaupt vorstellen konnte, jemanden wiederzufinden.

Die heutige Treppe ist eine Rekonstruktion — die ursprünglichen Stufen wurden im Laufe der Jahrzehnte durch Stadtentwicklung verändert. Dennoch ist der Ort von authentischer emotionaler Bedeutung: nicht als Ruine oder als imposantes Denkmal, sondern als bewusst gepflegter Erinnerungsort an eine Ära, die in Südkorea tief ins kollektive Gedächtnis eingraviert ist.

Anreise

Die 40 Stufen liegen im Herzen von Busans altem Geschäftsbezirk und sind gut mit der U-Bahn erreichbar. Nehmen Sie U-Bahn-Linie 1 bis zur Station Jungang (중앙역) und verlassen Sie die Bahn durch Ausgang 13. Von dort aus gehen Sie in südliche Richtung die Jungang-daero entlang — nach etwa drei bis fünf Gehminuten sehen Sie die Beschilderung zur 40 Steps Culture Street (사십계단 문화거리). Die Treppe selbst liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße, also achten Sie auf die braunen Touristenschilder.

Alternativ ist die Station Nampo (남포역, Linie 1, Ausgang 7) ein guter Ausgangspunkt, wenn Sie die 40 Stufen als Teil einer Route durch Nampo-dong und den Gukje-Markt besuchen möchten. Von dort aus sind es etwa zehn Fußminuten.

Was Sie vorfinden

Die Anlage selbst ist kompakt. Die eigentliche Treppe — 40 Stufen, wie der Name verspricht — führt einen kurzen Hang hinauf. Entlang der angrenzenden Straße, der sogenannten 40 Steps Culture Street, erstreckt sich eine Freiluft-Galerie mit Wandmalereien, die Szenen aus dem Alltag der Kriegsflüchtlinge zeigen: Menschen, die Wasser tragen, Straßenhändler, Kinder, die zwischen Behelfsunterkünften spielen. Die Bilder sind keine Hochkunst, aber sie vermitteln ein unmittelbares, volksnahes Bild der Zeit.

Am Fuße der Treppe stehen mehrere Bronzestatuen, die ikonische Figuren aus der Kriegszeit darstellen: ein Schuhputzer, eine Frau mit einem Kind auf dem Rücken, Händler. Diese Figuren sind fotografisch dankbar und geben dem Ort eine greifbare menschliche Dimension.

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Ehrliche Erwartungen

Es wäre unehrlich, die 40 Stufen als dramatisches Ausflugsziel zu verkaufen. Es handelt sich um einen kleinen, ruhigen Erinnerungsort — kein imposantes Museum, kein spektakuläres Panorama. Die Wirkung des Ortes hängt stark davon ab, ob man mit dem historischen Kontext vertraut ist. Wer über den Koreakrieg, die Besonderheit Busans als Fluchtziel und das Schicksal der Vertriebenen informiert ist, wird sich von der Stille und den schlichten Denkmälern bewegt fühlen. Wer ohne dieses Vorwissen kommt, sieht möglicherweise nur eine Treppe und ein paar Wandbilder.

Planen Sie 20 bis 30 Minuten ein — genug, um alles zu sehen, die Bronzefiguren zu fotografieren und die Wandmalereien zu betrachten. Dann kombinieren Sie den Besuch sinnvoll mit dem Rest des Viertels.

Bosu-dong Buchgasse (보수동 책방골목)

Etwa fünf bis acht Gehminuten von den 40 Stufen entfernt liegt eine weitere, weniger bekannte Sehenswürdigkeit mit direktem Bezug zur Kriegszeit: die Bosu-dong Buchgasse (보수동 책방골목). Während des Koreakrieges, als Busan von Flüchtlingen überschwemmt war und die Menschen kaum etwas besaßen, entstand hier ein improvisierter Buchmarkt. Flüchtlinge verkauften ihre mitgebrachten Bücher, um Geld zu verdienen, und andere kauften sie, um sich zu beschäftigen oder zu lernen. Aus diesem Not geborenen Handel entstand eine Buchhandelsstraße, die bis heute existiert.

Heute säumen Dutzende von kleinen Antiquariaten und Buchläden die enge Gasse. Das Angebot reicht von koreanischen Schulbüchern über Romane bis zu alten Zeitschriften und gelegentlich auch fremdsprachigen Büchern. Für westliche Besucher ist der praktische Nutzen begrenzt, aber der Ort selbst — mit seiner engen, etwas labyrinthischen Atmosphäre und dem Geruch alter Bücher — ist charmant und besuchenswert.

In der Nähe: Gukje-Markt

Etwa zehn Gehminuten von den 40 Stufen entfernt liegt der Gukje-Markt (국제시장, wörtlich: Internationaler Markt), und auch dieser Markt ist untrennbar mit der Kriegsgeschichte verbunden. Als Busan nach dem Krieg zum Anlaufpunkt für Güter aus aller Welt wurde — über US-amerikanische Militärlieferungen, über den informellen Handel im Hafen —, entstand hier ein Markt, der buchstäblich alles verkaufte: Waren aus amerikanischen Militärbeständen, japanische Produkte, Stoffe, Haushaltsartikel, Elektrogeräte. Es war die Wirtschaft der Überlebenden, pragmatisch und unglamourös.

Heute ist der Gukje-Markt ein lebendiges, leicht chaotisches Labyrinth aus überdachten Gassen und offenen Plätzen. Er ist weniger touristisch poliert als Seouls Namdaemun-Markt und gerade deshalb authentisch. Man findet hier Stoffe, Haushaltsgeräte, Straßenessen und allerlei Kleinkram — und immer wieder erinnern kleine Details an die Geschichte des Ortes.

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BIFF Square

Direkt an den Gukje-Markt grenzt der BIFF Square (BIFF 광장), der zentrale Festivalplatz des Busan International Film Festival. In den Bürgersteig eingelassen finden sich Handabdrücke koreanischer Filmstars — eine Art asiatischer Hollywood Walk of Fame. Abseits der Festivalzeit im Oktober ist der Platz wenig spektakulär, aber er bildet einen interessanten Kontrast zum historischen Umfeld: Hier, wo einmal Flüchtlinge lebten, feiert heute Koreas wichtigstes Filmfest seine Premieren.

Nampo-dong: Essen und das weitere Viertel

Das Viertel Nampo-dong (남포동) ist das pulsierende Herz der Altstadt und einer der ältesten Stadtteile Busans. Hier reihen sich Restaurants, Cafés, Straßenküchen und kleine Läden aneinander. Für Reisende, die nach dem historischen Rundgang Hunger verspüren, empfehlen sich:

Pojangmacha — die orangefarbenen Marktzelte entlang der Straßen bieten preiswerte koreanische Snacks: Tteokbokki (scharf gewürzte Reiskuchen), Eomuk (Fischkuchen), Sundae (koreanische Blutwurst). Dies ist Alltagsküche, wie sie in Busan seit Jahrzehnten zubereitet wird.

Seolleongtang — Ochsenknochenbrühe, die stundenlang gekocht wird, bis sie milchig-weiß ist. Ein wärmendes, erdiges Gericht, das perfekt zu einem Herbst- oder Wintertag passt und in mehreren Restaurants rund um Nampo-dong angeboten wird.

Nur wenige Minuten weiter liegt der Jagalchi-Fischmarkt (자갈치시장), Busans bekanntester Fischmarkt und gleichzeitig ein weiteres historisches Erbe der Kriegszeit. Auch hier gilt: Was heute ein touristisches Wahrzeichen ist, begann als Überlebensmarkt der Flüchtlinge.

Die 40 Stufen in einen breiten Busan-Geschichtstag integrieren

Die 40 Stufen funktionieren am besten als Teil einer längeren Route durch das historische Busan. Hier zwei bewährte Varianten:

Halbtagesroute (3–4 Stunden): Starten Sie an den 40 Stufen und der Culture Street, besuchen Sie dann die Bosu-dong Buchgasse, schlendern Sie durch den Gukje-Markt, essen Sie am BIFF Square oder in Nampo-dong und schauen Sie abschließend am Jagalchi-Markt vorbei.

Ganztagesroute (6–8 Stunden): Ergänzen Sie die Halbtagesroute morgens mit einem Besuch des Busan Modern History Museum (부산근대역사관, nahe der Station Jungang) und nachmittags mit dem UN Memorial Cemetery im Stadtteil Nam-gu — dem einzigen operativen UN-Gedenkfriedhof weltweit, auf dem die Gefallenen des Koreakrieges ruhen.

Praktische Informationen

Eintritt: Kostenlos. Die 40 Steps Culture Street und alle Außenanlagen sind jederzeit zugänglich.

Barrierefreiheit: Die eigentliche Treppe ist per Definition nicht rollstuhlgerecht. Die angrenzende Culture Street verläuft jedoch ebenerdig und ist gut begehbar.

Beste Reisezeit: Das Viertel ist ganzjährig besucht. Frühling und Herbst bieten angenehme Temperaturen für einen ausgedehnten Spaziergang. An Wochenenden ist der Gukje-Markt deutlich belebter und lauter als an Werktagen.

Budget: Die 40 Stufen selbst kosten nichts. Planen Sie für Snacks und ein Mittagessen in Nampo-dong etwa 10.000–20.000 KRW pro Person ein.

Sprache: Die Beschilderung an der Culture Street ist auf Koreanisch und Englisch verfasst. Im Gukje-Markt ist Englisch weniger verbreitet — einfache Gesten und Zeigen auf Preisschilder reichen aber vollkommen aus.

Häufig gestellte Fragen zu Busan

Sind das die ursprünglichen Stufen? Nein. Die heutige Treppe ist eine Rekonstruktion. Die originalen Stufen wurden im Laufe der Stadtentwicklung verändert. Der Standort ist historisch authentisch, die Stufen selbst jedoch erneuert.

Lohnt sich ein Nachtbesuch? Die Culture Street ist beleuchtet und abends zugänglich, aber die eigentliche Stimmung des Ortes entfaltet sich tagsüber. Abends bietet Nampo-dong selbst mit seinen beleuchteten Straßen und Straßenküchen mehr Atmosphäre.

Was kann ich in der Nähe kaufen? Im Gukje-Markt finden Sie Stoffe, Haushaltsartikel und Straßenessen. Für Souvenirs ist das Angebot bescheiden — der Markt ist kein Touristenbasar. Wer gezielt Souvenirs sucht, wird in Nampo-dong oder auf dem Jagalchi-Markt besser fündig.

40 Stufen oder Gamcheon — was zuerst? Beide Orte sind mit der Kriegsflüchtlingsgeschichte verbunden, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Die 40 Stufen sind ein stilles Denkmal; Gamcheon Culture Village ist ein buntes, weitläufiges Viertel, das heute touristisch erschlossen ist. Als Geschichtsinteressierter besuchen Sie am besten beide, an einem langen Tag sogar nacheinander.

Empfehlenswert für Erstbesucher in Busan? Ja, wenn historisches Interesse vorhanden ist. Wer nur eine Woche in Busan hat und vor allem Strände und Meeresblick sucht, priorisiert vielleicht anders. Aber für jeden, der Busans Charakter wirklich verstehen möchte, sind die 40 Stufen ein unverzichtbarer Baustein.

Welche Koreanischen-Kriegs-Stätten haben in Busan Priorität? Wenn Sie nur eine Stätte besuchen können: der UN Memorial Cemetery in Nam-gu ist der emotional eindringlichste und international bedeutendste Ort. Für einen umfassenderen Eindruck ergänzen die 40 Stufen, der Gukje-Markt und das Busan Modern History Museum das Bild auf hervorragende Weise.


Busan ist keine Stadt, die ihre Geschichte laut herausschreit. Sie liegt in den Schichten verborgen — in einem Markt, der aus Not entstand, in einer Treppe, an der Menschen auf Wiedersehen hofften, in Hügeln, auf denen Flüchtlinge Hütten bauten, die zu Stadtvierteln wurden. Die 40 Stufen sind klein, aber sie sind ein ehrlicher Einstieg in dieses vielschichtige 20. Jahrhundert einer koreanischen Hafenstadt.

Die 40 Stufen auf einen Blick

WoJung-gu, nahe der Station Jungang, zentrales Busan
KostenKostenlos (Culture Street und Treppe)
Zeitaufwand20–30 Minuten; länger mit Gukje Market und Nampo-dong
AnreiseU-Bahn-Linie 1, Station Jungang, Ausgang 13
Beste ZeitWochentags morgens vor 11:00 Uhr, oder früher Abend für den nahegelegenen Nachtmarkt

Die 40 Stufen im Vergleich zu anderen historischen Stätten in Nampo

Das Zentrum Busans beherbergt mehrere kleine Stätten aus der Zeit des Koreakriegs, die nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen, und Erstbesucher fragen sich oft, welche davon wirklich Zeit wert sind. Hier ein ehrlicher Vergleich:

OrtZeitaufwandAndrangWas es bietet
40 Stufen & Culture Street20–30 Min.Sehr geringBronzestatuen, Wandmalereien, Geschichte der Flüchtlingszeit
Bosu-dong Book Street30–90 Min.Gering50 Antiquariate, Atmosphäre, Stöbern
Gukje Market45–60 Min.Mäßig-hochEchter Arbeitsmarkt, günstiges Essen, Einkaufen
BIFF Square30–45 Min.Mäßig-hochFilmhandabdrücke, Streetfood, abendliche Energie

Keiner dieser Orte allein rechtfertigt einen eigenen Ausflug quer durch die Stadt, aber zusammen – in einer einzigen Runde um die Stationen Jungang und Nampodong begehbar – bilden sie einen der historisch dichtesten, günstigsten halben Tage in Busan. Der Bosu-dong Book Street-Guide behandelt die benachbarte Buchgasse, die denselben kriegsbedingten Flüchtlingsursprung wie die 40 Stufen teilt und sich natürlich damit kombinieren lässt.

Das lokale Leben rund um die Treppe heute

Was man bei einem kurzen Besuch leicht übersieht: Das Viertel der 40 Stufen ist immer noch ein funktionierendes Wohnviertel und kein konserviertes Museumsstück. Ältere Anwohner, die in der Nähe aufgewachsen sind, sitzen manchmal am späten Nachmittag am Fuß der Treppe, und es ist nicht ungewöhnlich, Wäsche direkt über den Bronzestatuen aus Wohnungsfenstern hängen zu sehen.

Das ist nicht für Besucher inszeniert – so sieht das Viertel einfach im Alltag aus. Wer langsam statt nur für ein Foto vorbeihastet, bemerkt den Kontrast zwischen der festgeschriebenen historischen Erzählung der Statuen und Wandbilder und dem gewöhnlichen, weiterlaufenden Leben der Straße drumherum. Genau dieser Kontrast ist gewissermaßen der Punkt: Die 40 Stufen erinnern an einen Moment der Krise inmitten eines Viertels, das trotzdem weitergelebt hat.

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